Güstrower Lokalnachrichten

19. September 2018

Reise in die Güstrower Musikgeschichte

geschrieben am 22. Februar 2013 ,von Christian Menzel

Reise in die Güstrower Musikgeschichte
Projektbesprechung im Güstrower Südstadt-Jugendklub: Filmklub-Chef Jens-Hagen Schwadt, Solomusiker Sven „Fabrice“ Friedrich, David Sümnich, Anett Eggert, Katharina Sergeeva und Franziska Zimmermann (von links).

Der Jugendklub in der Güstrower Südstadt ist unter die Filmemacher gegangen. Im vergangenen Jahr beteiligten sich die jungen Leute an dem von der Stiftung demokratische Jugend und dem Land geförderten Projekt „Zeitensprünge“.

Ziel des Teams um Erzieherin Anett Eggert war, einen Dokumentarfilm über die Musikgeschichte der Barlachstadt in einem Zeitraum von zirka 40 Jahren zu drehen. Das Team befragte in der gut 60-minütigen Dokumentation Zeitzeugen ab den 70er-Jahren. In kleinen Spielszenen stimmten die Filmemacher auf die Musik und das Feeling der jeweiligen Zeit ein. Am Ende eines jeden Gesprächs schlugen die Interviewer mit ihrer Frage „Was war damals im Vergleich zu heute besser?“ regelmäßig eine Brücke in die Gegenwart.

„Da haben wir die ganze Bandbreite der Antworten erfahren. Mehrheitlich gaben die Befragten aber an, dass heute die technischen Möglichkeiten zum Musikmachen wesentlich besser sind, dass aber früher mehr Spielstätten, auch in den Dörfern, zur Verfügung standen“, erinnert sich Franziska Zimmermann, eine der Interviewerinnen.

So tritt der Betrachter eine stimmungsvolle Zeitreise durch die Musikkultur der Barlachstadt an, wird wieder an Gruppen wie „etc“, „Damien Breed“, „Seelenwinter“ oder „Grace Force“ erinnert oder lernt den über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten Solomusiker Sven „Fabrice“ Friedrich kennen. Dazu gibt es wunderschöne Aufnahmen aus dem Sommer 2012.

„Träger unseres Jugendklubs ist zwar der Filmklub Güstrow, aber dennoch war dieses Metier völlig neu für uns. Und was haben wir während der Dreharbeiten nicht alles erlebt! Von geplatzten Verabredungen über einen spektakulären Instrumentenklau bis dahin, dass sich eine Gruppe die Aufnahmen mit einer Bockwurst als Honorar vergüten ließ“, zählt Anett Eggert auf.

Inzwischen hat das Team auch reichlich Resonanz auf ihre Arbeit erhalten. Filmklub-Chef Jens-Hagen Schwadt lobt die Qualität der Arbeit und die Selbstständigkeit der Gruppe bei der neunmonatigen Arbeit am Set. Auf dem Jugend-Geschichtstag in Schwerin kam der Streifen ganz groß heraus und von der Premierenfeier im heimischen Klub schwärmen noch alle. Der lokale Fernsehsender Güstrow TV hat den Film gezeigt und Schulklassen können sich die DVD für eine Unterrichtsstunde der etwas anderen Art ausleihen.

Die jungen Leute aus der Südstadt aber sind auf den Geschmack gekommen. „Wir werden uns auch in diesem Jahr mit einem Projekt bei den ‚Zeitensprüngen’ bewerben“, sagt Eggert. Eine Idee gibt es schon. Entstehen soll ein Bühnenstück über den Tanz im Wandel der Zeiten.

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