Güstrower Lokalnachrichten

18. Juni 2018

Im Test der LADA NIVA

geschrieben am 16. Oktober 2004 ,von S.Gütte

Im Test der LADA NIVA
der LADA NIVA Modell California

Wie war das noch “mehr Auto braucht kein Mensch”. Okay dieser Werbespruch war sicher nicht von Lada, aber irgendwie könnte man meinen auf einen Lada passt er genauso gut, denn wo bekommt man heute noch einen NEUWAGEN für unter 10.000 Euro?

Viele Leute wussten wahrscheinlich schon gar nicht mehr das die Edelkarosse des Ostens überhaupt noch gebaut wird und haben sich damit kräftig getäuscht. Lada gibt es immer noch und das nicht weil diese unkapputbaren Fahrzeuge made in Russia zwanzig Jahre halten, sondern weil Lada anders als seine Geschwister, den Übergang in die freie Marktwirtschaft geschafft hat.

Vor fast 30 Jahren brachte, der russische Hersteller Volzhskiy Avtomobilnyi Zavod (Automobilwerk an der Wolga) unter der Exportbezeichnung Lada Niva einen kleinen Geländewagen heraus. Karosserie, Zylinderkopf und Verteilergetriebe waren eine Eigenentwicklung von VAZ, der Rest stammt aus einem russischen Lizenzbau des seligen Fiat 124. Und so ist das heute noch, einzig die elektronische Einspritzung wurde überarbeitet und arbeitet jetzt auf westlichem Niveau, mit modernster Bosch- Technologie.
Was soll man sagen, knuffig aussehen tut er ja, heute wie vor fast 30 Jahren so hoch gelegt auf seinen Reifen. Wirkt irgendwie unschuldig gegen all seine asphaltverweichlichten Artgenossen, jene aufgemotzten, modischen Lifestyle-Boulevard-Cruiser, denen dicke Alufelgen und verchromte Rammbügel wichtiger sind als ein zuschaltbares Sperrdifferenzial oder eine Geländeuntersetzung. Schon wenige Kilometer reichen zur Einsicht, wie verdammt verwöhnt wir sind in unseren modernen Hightech-Kisten, die perfekte Sicherheit suggerieren und wo alles elektrisch rauf- und runtersurrt. Der Niva hat nichts von dem. Kein ABS, keine Airbags, keine höhenverstellbaren Sicherheitsgurte, weder Gurtstraffer noch Gurtkraftbegrenzer, keine Servolenkung, keine Sitzhöhenverstellung, keine Zentralverriegelung, nichts. Imperialistisches Luxusgut.
Dafür hat der NIVA Charisma und das zeigt er vor allem im Gelände. So lässt der Lada auf der Straße vielleicht auch einiges vermissen, in Wald und Flur wird er zum wahren Helden der Arbeit, meistert souverän auch die matschigsten aller Matschwege, wühlt sich mit Wonne durch den Dreck. Eine Freude für jeden Förster. Möglich wird dies durch seine Getriebeuntersetzung und dem sperrbaren Differenzial.

Fazit: Der Niva ist kein Reisemobil, kein Einkaufswagen und kein Taxi. Es ist ein reinrassiger Geländewagen für die Vegetationen, in die sich kein anderes Fahrzeug verirren möchte und oder kann.

Text und Foto: Sven Gütte

Technische Daten:
Hubraum: 1690ccm
KW/PS: 60/ 82
Fahrleistungen
Beschleunigung: 19 s
Höchstgeschwindigkeit: 137 km/h
Verbrauch (Werksangabe)
Städtisch: 15,1 l
Außerstädtisch: 09,2 l
Drittelmix: 11,4 l

Grundpreis Model California: ab 12.297,50 €

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