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18. Juni 2018

Im Test der VW Golf 2.0 TDI

geschrieben am 3. Juni 2004 ,von S.Gütte

Im Test der VW Golf 2.0 TDI
der VW Golf 2.0 TDI

Die fünfte Generation des Golf gibt es nun auch mit dem spritzigen 140 PS Turbodiesel.  Der 2 Liter Diesel, bekannt aus dem Audi A3 und dem VW Touran ist ein rechtes Kraftpaket, dem Fahrer stehen bei Bedarf 320 Newtonmeter zur Verfügung, was somit für ein ausgesprochen agiles Fahrverhalten sorgt.

Dass das Fahrzeug dabei auch ausgesprochen komfortabel ist, verdankt es der neu entwickelten Vierlenker-Hinterachse. Sie lässt den Golf spielerisch durch zügig gefahrene Kurven zirkeln. Auf der Autobahn schiebt der Motor den fast 1,4 Tonnen schweren Golf V mit einer unglaublichen Vehemenz nach vorne. Erst bei 203 km/h ist Schluss.

Präzise Schaltvorgänge sind mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe ein Kinderspiel. Die durch die elektro-mechanische Unterstützung fein dosierbare Lenkung arbeitet in Kurven und auch auf Geraden hervorragend und ist damit eine willkommene Ergänzung zu der Vierlenker-Hinterachse. Der Verbrauch liegt bei moderater Fahrweise bei guten 6,9 Liter Diesel, wer es zügiger mag muß mit 9 Litern rechnen.

Von außen betrachtet gibt der neue Golf von vorn ein bulliges und muskulöses Bild ab. Die Front wird von den großen Klarglasscheinwerfern mit integrierten Blinkleuchten à la Phaeton dominiert. Wie beim Vorgänger wird die Silhouette durch die breite C-Säule markiert. Das schränkt die Rundumsicht ein und kann so manches Einparkmanöver zum Albtraum werden lassen. Geschmackssache ist die Rückseite, hier dominieren kugellige Rückleuchten und das Heck wirkt insgesamt etwas magersüchtig. Pfiffig das VW-Emblem an der Heckklappe entpuppt sich als versteckter Kofferraumöffner, na ola´. Das Kofferraumvolumen variiert zwischen 350 und 1305 Litern, sodaß getrost auch mal etwas mehr transporiert werden kann.

Der Innenraum ist golftypisch gut aufgeräumt und sehr funktional gestaltet, ein wenig mehr hätte es schon sein können, allerdings nicht vom Kunststoff. Sehr angenehm, die Vielzahl von Ablagefächern für Handy, Sonnenbrille und Co, manchmal wundert man sich, wo die Ingenieure nicht noch überall ein bissl Platz gefunden haben. Auch in der zweiten Reihe geht es komfortabel und geräumig zu. Dank höherer Dachlinie und längerem Radstand haben die Hinterbänkler genügend Platz, auch auf längeren Reisen.

Der Golf V ist ein Golf, im wahrsten Sinne des Wortes, und man wird ihn sicher oft auf Deutschlands Straßen sehen. Vom Konzept des kleinen Stadtflitzers ist im Laufe der vergangenen 30 Jahre „Golfgeschichte“ allerdings nicht mehr viel übriggeblieben. Denn der Golf wächst und wächst. Mittlerweile ist er heute größer als ein Passat der ersten Generation. Leider ist die Größe nicht das Einzigste was wächst. Unser Testwagen mit der „Comfortline“-Ausstattung und einigen Extras kostet beispielsweise fast 30.000 Euro. Das ist wirklich eine Menge Geld und sicher für den ein oder anderen das entscheidendere Verkaufsargument als ein dick geschwollenes VW- Emblem auf der Brust.

Text und Foto: Sven Gütte

Technische Daten:
Leistung
Hubraum: 1968ccm
KW/PS: 103/ 140
Fahrleistungen
Beschleunigung: 9,2s
Höchstgeschwindigkeit: 203 km/h
Verbrauch (Werksangabe)
Städtisch: 6,8- 7,9 l
Außerstädtisch: 4,6- 4,8 l
Drittelmix: 5,4- 5,7 l

Grundpreis ab 22.625 €

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